Informationen EnEV2014

EnEV 2014 – die wichtigste Neuerungen

Als Berliner Dachdecker Meisterbetrieb sehen wir uns als Partner für Architekten, Bauherren und Hausverwaltungen. Deswegen hier das Wichtigste in Kürze zur neuen EnEV.

Die Neufassung der EnEV setzt die Europäische Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sowie verschiedene Beschlüsse der Bundesregierung zur Energiewende um.
Neubau und Bestand

  1. Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) an neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude um 25 Prozent ab 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden.
  2. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer.
  3. Oberste Geschossdecken in Bestandsgebäuden, die nicht den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen ab dem 1.1.2016 gedämmt sein (U-Wert kleiner/gleich 0,24 W/m² K). Die Forderung gilt als erfüllt, wenn das darüber liegende Dach gedämmt ist oder den Mindestwärmeschutz erfüllt.
  4. Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen.
  5. Neuskalierung des Bandtachos im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt.
  6. Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.
  7.  Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.
  8. Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise für öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 500 m² Nutzfläche (ab dem 8. Juli 2015 mehr als 250 m²) und entsprechende private Gebäude ab 500 m² Nutzfläche.
  9.  Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8.
  10.  Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise.
  11.  Einführung eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen.

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Wichtige Fragen und Antworten (FAQ)

Ab wann und für welche Gebäude gilt die EnEV 2014?

Die EnEV 2014 ist am 1. Mai 2014 in Kraft getreten. Die Übergangsvorschriften werden im § 28 der EnEV geregelt. Neubauten und genehmigungspflichtige Sanierungen: Vergleichbar zu der EnEV 2014 und den vorherigen Verordnungen ist bei Neubauten das Datum des Bauantrags entscheidend. Wurde der Bauantrag bis einen Tag vor Inkrafttreten der neuen Verordnung gestellt, so kann noch die EnEV 2009 angewendet werden. Bezüglich der verschärften Anforderungen, welche seit 1.Januar 2016 gelten, ist analog zu verfahren. Der Zeitpunkt der Ausführung ist dann irrelevant, es sei denn die Planung ändert sich und es muss ein neuer Antrag gestellt werden. Bei lediglich anzeigepflichtigen Vorhaben ist entsprechend der Zeitpunkt der Bauanzeige entscheidend
Bestand: Bei Sanierungen, die keiner Meldung an die Baubehörde bedürfen (z.B. Dach- oder Fassadendämmung), ist der Zeitpunkt der Bauausführung entscheidend. Energieausweise: Energieausweise für Neubau und Bestand müssen ab dem Tag des Inkrafttretens der EnEV 2014 dem neuen, leicht geänderten Musterformular entsprechen.

Bestehen beim Kauf/Verkauf eines Wohnhauses Anforderungen an die EnEV? (Nachrüstverpflichtungen)

Ein komplett ungedämmtes Dreifamilienhaus soll verkauft werden. Welche Anforderungen bezüglich Dämmung kommen auf die Käufer zu? Was geschieht, wenn die neuen Eigentümer ihrer Verpflichtung nicht nachkommen?  Es gibt laut EnEV §10 drei so genannte Nachrüstpflichten, die ohne weiteren Anlass durchgeführt werden müssen, bzw. seit dem 31.12.2015 abgeschlossen sein müssten:

  1. Zugängliche oberste Geschossdecken, die einen beheizten Raum von einem unbeheizten Dachraum abtrennen, müssen gedämmt sein, wenn sie nicht den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 entsprechen. Alternativ kann das darüberliegende, bislang ungedämmte Schrägdach gedämmt werden. Diese Anforderung gilt seit 1. Januar 2016.
  2. Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen, die durch den Keller oder sonstige unbeheizte Räume gehen, sind zu dämmen.
  3. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden, dürfen nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Ausgenommen davon sind Niedertemperatur- oder Brennwertkessel.  Bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern müssen diese Nachrüstverpflichtungen jedoch erst nach einem Verkauf des Gebäudes umgesetzt werden. Der neue Eigentümer hat dazu 2 Jahre Zeit. Die Umsetzung der beiden erstgenannten Pflichten (Heizkessel und Leitungen) wird nach §26b der EnEV durch den Schornsteinfeger kontrolliert.  Diese Maßnahmen haben sich als durchweg wirtschaftlich erwiesen. Ausnahmen bestehen für selbstgenutzte Einfamilienhäuser (auch inkl. Einliegerwohnung). Nach Eigentümerwechsel ist der neue Eigentümer verpflichtet, innerhalb der ersten zwei Jahre nach Eigentumsübergang die Maßnahmen durchzuführen.
    Die Nichterfüllung dieser Pflichten verstößt gegen die EnEV, ist jedoch nicht nach § 27 ordnungswidrig. Weitere Anforderungen werden erst dann gestellt, wenn Änderungen an der Gebäudehülle durchgeführt werden. Sollen z. B. die Fenster ausgetauscht werden, so muss der U-Wert der neuen Fenster 1,30 W/(m²K) oder weniger betragen. Ähnliches gilt für Außenwände, Dach, Kellerdecken. Die zulässigen Höchstwerte sind der EnEV, Anlage 3 Tabelle 1 zu entnehmen.

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Dämmung der obersten Geschossdecke: Welcher Zeitraum ist nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot maßgebend?
FRAGE: Für die nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke ist nach EnEV 2009 die Wirtschaftlichkeit maßgebend. Gemäß §25 EnEV 2009 müssen nachträgliche Maßnahmen an Gebäuden „innerhalb einer angemessenen Frist“ durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden.
Welcher Zeitraum ist hierfür EnEV-Konform als „angemessen“ anzusetzen?

ANTWORT: Unabhängig von § 25 EnEV, Befreiungen, beinhaltet § 10 EnEV, Nachrüstungen bei Anlagen und Gebäuden, bereits eine eigene Regelung durch Absatz 6, nach der die Pflicht zur Erfüllung der Anforderungen des § 10 nicht besteht:
„§ 10, Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden (6) Die Absätze 2 bis 5 sind nicht anzuwenden, soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können.“
In der Begründung zur EnEV heißt es hierzu: „In diesen Fällen bedarf es insoweit einer Abweichungsentscheidung der Behörde nicht. Soweit es allerdings um andere Aspekte der unzumutbaren Härte im Sinne des § 25 als um die Frage der Wirtschaftlichkeit geht, bleibt es bei der Anwendbarkeit des § 25.“ Absatz 6 wurde insbesondere in Hinsicht auf die in EnEV 2009 aufgenommenen Anforderungen an begehbare oberste Geschossdecken eingeführt, da hier besondere Umstände wie beispielsweise vorhandene Abstell- oder Trockenräume für die Nutzung durch Mieter zu unangemessenem Aufwand durch erforderliches Freiräumen, Beseitigen von Einbauten und Nutzungsausfall, dazu führen können, dass eine Maßnahme zur Erfüllung dieser Nachrüstpflicht für den Eigentümer unwirtschaftlich ist, zudem es sich hier nicht um eine freiwillige Maßnahme sondern um eine festgesetzte Pflicht zur Nachrüstung handelt.
Die EnEV untersteht dabei dem Wirtschaftlichkeitsgebot des § 5 Abs. 1 EnEG, nach dem die aufgestellten Anforderungen wirtschaftlich vertretbar sein müssen. Dies ist dann der Fall, wenn den Kosten für eine geforderte Maßnahme solche Einsparungen an Kosten für Energie gegenüberstehen, dass sich die Maßnahme für den Betreiber eines Gebäudes wieder amortisiert. Dabei sollten die aufgebrachten Kosten durch Einsparung von Energiekosten „innerhalb angemessener Frist“ wieder erwirtschaftet werden können.
Die EnEV hat dabei nicht festgelegt, welche Frist hier als angemessen anzunehmen ist. Ein Zeitraum von 30 Jahren aber wird als deutlich unangemessen anzusehen sein. In der bisherigen Rechtsprechung, wie beispielsweise zu Sanierungsbeschlüssen in Wohnungseigentümer-gemeinschaften, wurde von einem maximalen Zeitraum von etwa 10 Jahren ausgegangen, welcher als angemessene Frist auch entsprechend angesetzt werden kann.
Bagatellgrenze
Die Eigentümer eines Altbaus möchten die Süd- und Westfassade dämmen lassen. Die Nordfassade wurde vor fünf Jahren ohne Dämmung Instand gesetzt: es erfolgten eine Ausbesserung des Wandputzes in kleinen Flächen und ein komplett neuer Anstrich. Jetzt soll die Süd- und Westfassade gedämmt werden, die größer ist als 10 % der gesamten Bauteilfläche. Muss nun nach EnEV §9 (3) auch die Nordfassade gedämmt werden?
Wie die Bagatellregel zu verstehen ist, soll am Beispiel der Fenster erklärt werden: Bei einem Haus mit elf gleichgroßen Fenstern möchte der Hauseigentümer eines austauschen. Damit würden 9 % der Fensterfläche (< 10 % = Bagatellgrenze) saniert und die EnEV würde keine Anforderungen an die Qualität des Fenster stellen. Hätte das Haus aber nur insgesamt neun Fenster, wären beim Austausch von einem Fenster 11 % der Fensterfläche betroffen. Der Hauseigentümer müsste die Anforderungen der EnEV für das auszutauschende Fenster erfüllen. Die restlichen Fenster bleiben unberührt.
Wenn also im beschriebenen Fall die Süd- und Westfassade saniert werden, müssen diese die Anforderungen der Tabelle 1, Anlage 3 der EnEV einhalten, da die Bauteilfläche (Süd- und Westfassade ) die Bagatellgrenze von 10 % für die gesamte Bauteilfläche Außenwand überschreitet. Die Nordfassade muss jedoch nicht saniert werden, wenn keine der Maßnahmen nach Abschnitt 1 der Anlage 3 daran durchgeführt werden.
Die Kontrolle der Einhaltung von Nachrüstpflichten gehört zu den Aufgaben des Bezirksschornsteinfegermeisters. Nach aktuell gültiger EnEV ist diese jedoch bislang noch auf die Kontrolle der Nachrüstung von Heizungs- und Warmwasseranlagen beschränkt.